KüchenmöbelKüchenmöbel: Küche als Raum und Arbeitsplatz der Zubereitung von Speisen durch den Koch, der Köchin, früher der Magd, des Küchenpersonals oder der Hausfrau oder des Hausmanns, in der Gastronomie oder in der Wohnung. Küche als Ergebnis der Kochkunst oder der örtlichen Tradition: Regionale Küche: die Bürgerliche Küche, Italienische Küche, Mittelmeerküche, Wiener Küche, Koschere Küche, Asiatische Küche, Chinesische Küche, Japanische Küche, Feine Küche, Vegetarische Küche, die übliche Kost, die in einer Landschaft, Stadt, Provinz, Region zu Hause oder einem Volk eigen ist. Die Küche - als Raum und Ort - ist für manche die wahre Mitte des Lebens und des Wohnens: In der Küche werden Dinge hergestellt und vorbereitet, die für das menschliche Leben, die Lebensqualität und die Gesundheit von substantieller Bedeutung sind. Ob in der Familie, im Hotel, auf einem Schiff, im Spital, an der Uni, im Studentenwohnheim oder im Betrieb, überall entscheidet die Qualität der Kochkunst mit darüber, wie es den Menschen wirklich geht. Die Küchenarbeit ist im Privaten immer noch mehrheitlich weiblich besetzt, auch unterschätzt und unbezahlt, im Profibereich dagegen meist männlich dominiert, selten gut bezahlt, obwohl Spitzenköche dann doch mehr zu den Künstlern gezählt werden und ihre Gagen durchaus auch ansehnlich sein können. Die Küchen in den Wohnungen sind heute meist hygienische Orte voller elektrischer Geräte. In den üblichen Wohnungen ist die Küche ein relativ kleiner Raum, oft in Verbindung mit Ess- und Wohnbereich. Moderne Kücheneinrichtungen beruhen auf der berühmten Frankfurter Küche, in Skandinavien dann zuerst übernommen als die Schwedenküche. Eine Wohnküche findet man heute eher in Einfamilienhäusern, in modernen Mietwohnungen sind sie seit den siebziger Jahren eher selten zu finden. Die Wohnküche ist oft ein gemütlicher Ort, die sowohl der Speisenzubereitung, wie auch derem Genuss dient, ein Treffpunkt der ganzen Familie oder der Wohngemeinschaft. In den Villen der gehobenen Wohnlagen wurde die Küche nur all zu oft in das Souterrain verbannt; so ist denn auch nicht die Hausdame, die Herrin des Hauses, dort am Kochen, sondern die Köchin, das Hauspersonal. Und überall dort, wo das Dienstpersonal fehlte, nicht mehr aufzutreiben oder zu bezahlen war, wanderte die Küche sehr rasch in die Erdgeschosse der Gebäude zurück. Auf der Yacht wird die Küche Kombüse genannt, oft winzig, doch jeder erfahrene Schiffseigner weiß, dort entscheidet sich das wahre Schicksal der Schiffsmannschaft; das enge Zusammenleben und Mitwirken der Belegschaft ist nur zu oft durch schlechtes Essen in Meuterei umgekippt - nicht nur auf der Bounty. Auf dem Luxusliner, heute mehr auf den Kreuzfahrtschiffen, sorgen dagegen riesige Küchen mit unzähligen Mitarbeitern für das Wohl der Gäste, die Küche ist auf dem Schiffe der Bauch, die Speisekarte ist das Gesangbuch der Gäste. Man kleidet sich festlich zu den Mahlzeiten und es wird nicht bloß gegessen, es wird gespeist. Im Flugzeug ist aus der Küche nur ein Laboratorium zum Wärmen von vorbereiteten Speisen geworden, ähnlich wie es bereits in den 1930er Jahren Le Corbusier, vom Speisewagen inspiriert, in seiner Modulorküche (2,26 x 2,26 x 2,26 Meter) verwirklichte. Ob der Meister darin auch jemals selbst gekocht hat, ist nicht bekannt, die Küche des Architekturgurus ist jedoch erhalten und machte rasch Schule; die Küchenräumlichkeiten schrumpften bis heute auf nur Handtellergröße, eine Baguette muss darin schon diagonal gestellt werden. Ähnlich in manchem Betrieb, dort wo wohlweise Manager und Arbeitgeber die Bedeutung von zufrieden-gesättigten Mitarbeitern zu wissen scheinen, macht eine Kantine mit guter Betriebsküche aus Angestellten ein Mitarbeiterteam; während des Essens werden oft wertvolle bis geniale Ideen erdacht und diskutiert und ersparen so manche endlose Sitzung. Die Spitalküche entscheidet über die Genesung der Patienten oft mehr als die Chirurgie. Aber bis heute ist die Spitalkost leider so, dass Patienten lieber schnell das Krankenhaus verlassen wollen, wenn möglich geheilt und aufrecht gehend, letztlich nicht selten aber liegend, mit den Fersen voran. Die Hotelküche ist im Glücksfall ein eigenständiges Unternehmen, das nicht durch die Zimmerpreise quersubventioniert werden muss, sondern auch auswärtige Gäste durch die Arbeitsqualität und das Preis-Leistungsverhältnis überzeugen kann. Die Restaurantküche muss täglich von Neuem um den Gast kämpfen. In den Städten durch die hohen Grundstückspreise und Mieten auch meistens in den Keller verbannt, kämpft die Küchenbrigade mit der Platznot und Zeitknappheit um die tollsten kulinarischen Erlebnisse für den Gourmet hervorzuzaubern. Oder sie wärmen nur noch im Mikrowellenofen Vorfabriziertes, Konserviertes und Tiefgekühltes. Das gibt es leider auch. Die Militärküche ist in der Regel eine farbare Küche. Sie ist beschränkt auf das wirklich notwendige. Vorwiegend aus Chromstahl gefertigt. Mittelpunkt jede Küche ist der Herd, tatsächlich auch wirklich "Goldes wert". Ursprünglich nur ein offenes Feuer in der Rauchküche, als Kamin bereits zum Luxus erhoben, bekam der Küchenherd im 19. Jahrhundert feste Wände. Das war nicht nur bequemer, auch feuersicherer und sparte auch Heizstoffe. Ursprünglich nur Holz kam später, zumindest in der Stadt, auch noch die Kohle als Brennmaterial dazu, bis es am Ende des 19. Jahrhunderts durch Gas ersetzt wurde. Im 20. Jahrhundert, zwischen den beiden Weltkriegen, kam dann Elektrizität in die Häuser, Wohnungen und auch in die Küche, nicht nur als Licht, sondern auch als Wärme. Der Kochdunst (Wrasen genannt) wird heute durch Dunstabzugshauben aufgesaugt. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Siegeszug der Küchenmaschine, der Mixer machte den Anfang; heute gibt es kaum noch eine Handbewegung, für die es nicht auch elektrisch zu betätigende Geräte für die gestresste Hausfrau gibt, selbst die Pfeffermühle ist mit Motor erhältlich, ebenso Tranchiermesser und Apfelschälmaschinen. Die Menschen wiederum, denen so jegliche Anstrengung abgenommen wurde, verbringen die eingesparte Zeit im Fitnesszentrum – natürlich auch an elektrischen Kraftmaschinen. Die Speisekammer, die Schatzkammer des Hauses ist verschwunden, der Kühlschrank ersetzte sie, wie auch der Supermarkt in der Vorstadt. Die elektrische Kühltechnik machte am Ende des 19. Jahrhunderts zuerst in Brauereien und Schlachthöfen Karriere. Bis die Maschinen und Geräte so klein und zuverlässig wurden, dass sie auch in den Privathaushalten zum Selbstverständnis wurden, sollte noch ein halbes Jahrhundert vergehen. Das fließende Trinkwasser ist heute selbstverständlich. Nicht nur für das Bad, sondern auch in der Küche, gehörte doch bis vor hundert Jahren das Heranschaffen des Wassers zu den Pflichten der Küchenmagd. Das Wasser ist nicht nur ein wesentlicher Bestandteil der meisten unserer Speisen, es wird auch für den Abwasch gebraucht, ja es gibt so sogar Menschen, die trinken Wasser, so wie es aus der Wasserleitung oder von der Quelle kommt. Die Küche wurde schon immer auch für zahlreiche andere Arbeiten genutzt; hier wird nicht selten auch die Wäsche gewaschen, wenn keine separate Waschküche zur Verfügung steht, hier werden Kinder und Haustiere versorgt, Schuhe und Fahrräder gereinigt, hier steht oft auch ein Fernseher, früher, wenn Platz vorhanden war auch ein Sofa. Und weil es im Winter in manchen Häusern der einzig warme Ort war, hat man hier nicht selten auch geschlafen, die Kammer der Magd grenzte meist an die Küche, so musste sie wenigstes nicht weit gehen; hier läutete auch die Glocke, wenn die Herrschaft etwas brauchte, auch mitten in der Nacht. Bessere Häuser haben einen eigenen Kücheneingang für die Lieferanten und auch für die Bettler. Als es noch keine Kühlketten gab und Tiere lebend vom Markt nach Hause gebracht wurden, wurden sie auch geschlachtet und ausgenommen, gerupft und gehäutet. Der Hund und die Katze finden in der Küche nicht nur ein warmes Plätzchen, sondern auch so manchen Happen. "Ein Hund im Haushalt erspart viel Abwasch", schrieb ein Küchenmädchen in ihr Tagebuch. Die Frankfurter Küche wurde 1926 von der Wiener Architektin Margarete Schütte-Lihotzky entworfen, um die Handlungsabläufe in der Küche zu rationalisieren und das Arbeiten zu vereinfachen. Sie gilt als Vorläufer der modernen Einbauküche. Die Frankfurter Küche sollte wie ein industrieller Arbeitsplatz gestaltet sein: alle wichtigen Dinge sollten mit einem Handgriff erreichbar sein und eine Vielzahl von Gerätschaften soll Arbeitsgänge verkürzen. Um die Forderung der schnellen Erreichbarkeit zu erfüllen, ist sie sehr kompakt gehalten, was den Erfordernissen des gerade im Entstehen begriffenen Massenwohnungsbau sehr entgegenkam. Die Grundlage der Frankfurter Küche war das Taylorsystem, das in den USA zunehmend beliebter wurde. Mittels Stoppuhr wurden alle auszuführenden Handgriffe gemessen und die Dauer eines Arbeitsganges festgelegt. Zugleich wurde die Abfolge der einzelnen Handgriffe optimiert. Annähernd zeitgleich erschien 1922 das Buch Die rationelle Haushaltsführung das sich mit den Möglichkeiten einer arbeitssparenden Haushaltsführung beschäftigte. Die Küche ist so konzipiert, dass zum Kochen ein möglichst kurzer Weg zurückgelegt werden muss. Aus diesem Grund ist die Küche relativ klein. Die einzelnen Arbeitszentren sind so angeordnet, dass unnötige Handgriffe vermieden werden. So kommt das benutzte Geschirr nach dem Essen auf den Tisch, der rechtwinklig zum Spülbecken angeordnet ist. Auf diese Weise kann das Geschirr mit der linken Hand zum Spülbecken geführt werden und anschließend wieder mit der selben Hand in das Abtropfgestell gestellt werden. Dadurch wird ein Übereinandergreifen der Hände oder ein Übergeben des Geschirrs vermieden. Die engen Platzverhältnisse der kleinen Wohnungen des Geschosswohnungsbaus der 1920er Jahre ließen keine konventionellen Küchenmöbel zu, deshalb wurden die Küchen für das ganze Gebäude einheitlich als Maßanfertigung fabriziert. Die Küche wurde, was damals völlig neu war, schon fertig mit den neuesten Küchengeräten eingebaut. Die Kosten der Küche wurden einfach auf die Miete aufgeschlagen. Diese Einbauküche ist der Vorläufer der heutigen Küche. Die Küche war schlicht gestaltet, Holzteile waren blau gestrichen, denn noch gab es kaum chemischen Mittel (z.B. DDT) gegen Insekten, Wissenschafter der Universität Frankfurt hatten aber festgestellt, dass Fliegen blaue Flächen mieden. In großem Stil zum Einsatz kam die Frankfurter Küche im Rahmen des hochgesteckten Frankfurter Wohnungsbauprogramms, das zwischen 1926 und 1932 unter der Leitung von Ernst May eine Vielzahl von Siedlungen schuf (\'Neues Frankfurt\'). Weil sie einerseits Arbeitersparnis brachte und anderseits durch das geringere Bauvolumen die Baukosten gesenkt werden konnten, musste in dieser Zeit jede neue Gemeindewohnung mit einer solchen Küche ausgestattet werden. Als Einbauküche wird die Möblierung des Raumes einer Küche in Privathaushalten mit in Größe und Funktion standardisierten Küchenmöbeln bezeichnet. Die Küchenzeilen der Einbauküchen lösten im 20. Jahrhundert in westlichen Ländern die vorher dominierende Möblierung mit Einzelelementen (Herd - der auch die Heizung bildete, Schrank, Spülstein) ab. Als Vorteil der Einbauküche gelten eine rationellere Gestaltung der Arbeitsabläufe und vor allem eine bessere Ausnutzung des zur Verfügung stehenden Raumes. Als Prototyp der heutigen Einbauküchen gilt die 1926 von der Wiener Architektin Margarete Schütte-Lihotzky entworfene Frankfurter Küche. Sie war für einen Raum von nur 6,5 m² konzipiert und durch eine Schiebetür vom Wohnraum getrennt. Der Abstand zwischen dem Herd - der bereits einen Abzug besaß - und dem Esstisch betrug nur drei Meter, und die zu putzenden Flächen wurden auf ein Minimum reduziert. Als Oberfläche wurde unempfindliches gestrichenes Buchenholz verwendet. Die Frankfurter Küche wurde innerhalb von vier Jahren in rund 10 000 Wohnungen eingebaut. Dennoch setzte sich in Deutschland die Einbauküche erst nach 1945 durch. Die knappe und monofunktionale Grundrissgestaltung von Küchenräumen in Wohnungsneubauten - die Abkehr von der Wohnküche - machte andere als Einbauküchen nahezu unmöglich. Ab den fünfziger Jahren wurde außerdem das pflegeleichte Material Resopal für Einbauküchen verwendet, das hitze- und fleckenresistenter als die bis zu dieser Zeit üblichen Holzoberflächen war. Typisch für heutige Einbauküchen sind Hoch- und Unterschränke, oft mit sogenanntem Fliesenspiegel dazwischen, und eine Elementtiefe von 60 Zentimetern. Moderne Küchenplanungen realisieren Arbeitstiefen von 65-70cm. Vorwandinstallationen sind somit leichter in die Küchenzeile zu integrieren. In der DDR dagegen galt eine geringere Tiefe als Standard. Auch die Breite der Elemente beträgt in der Regel 60 Zentimeter; für beengte Platzverhältnisse sind jedoch Schrankelemente und auch Elektrogeräte wie Herde und Spülmaschinen in geringerer Breite (meist 45 cm) erhältlich. Eine Einbauküche wird heute, den vorhandenen Gegebenheiten und individuellen Wünschen ihrer Benutzer entsprechend, passgenau in den Raum eingeplant und eingebaut.
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